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Ich habe eine Trichterbrust (Pectus Excavatum): Wie erkenne ich den Schweregrad?

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit


Wenn Sie bei sich selbst oder Ihrem Kind eine Einsenkung in der Mitte des Brustkorbs bemerken, stellt sich meist als Erstes die Frage: „Wie schwer ist die Ausprägung?“

Pectus Excavatum (Trichterbrust) ist eine Brustwanddeformität, die besonders während der Pubertät deutlicher sichtbar werden kann. Sie kann nicht nur die körperliche Gesundheit beeinflussen, sondern insbesondere bei Jugendlichen auch das Selbstbewusstsein beeinträchtigen.

Die gute Nachricht ist: Pectus Excavatum tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf, und es gibt klare Möglichkeiten, den Schweregrad einzuschätzen.


Was ist Pectus Excavatum?

Pectus Excavatum ist eine angeborene Brustwanddeformität, bei der das Brustbein (Sternum) nach innen eingesunken ist und dadurch eine trichterförmige Vertiefung des Brustkorbs entsteht.

Bei manchen Betroffenen bleibt dies lediglich eine optische Besonderheit. In anderen Fällen können jedoch Beschwerden wie Atemnot, eine verminderte Belastbarkeit, Brustschmerzen oder psychische Belastungen auftreten.

Für Eltern wirft diese Diagnose häufig Fragen hinsichtlich der langfristigen Gesundheit ihres Kindes auf. Jugendliche hingegen leiden oft unter den Auswirkungen auf ihr Körperbild und ihr Selbstvertrauen.


Wie lässt sich der Schweregrad erkennen?

Pectus Excavatum wird im Allgemeinen in drei Schweregrade eingeteilt: leicht, mittel und schwer.

Leicht

Die Einsenkung des Brustkorbs ist sichtbar, jedoch nur gering ausgeprägt. In der Regel verursacht sie keine körperlichen Beschwerden und beeinträchtigt den Alltag nicht. Meist handelt es sich vor allem um ein ästhetisches Thema.

Mittel

Die Einsenkung ist deutlicher ausgeprägt und kann insbesondere während des schnellen Wachstums in der Pubertät zunehmen. Müdigkeit bei körperlicher Belastung, Haltungsveränderungen sowie eine erhöhte Sensibilität gegenüber dem eigenen Erscheinungsbild können auftreten.

Schwer

Die Einsenkung ist tief ausgeprägt und kann Herz und Lunge beeinträchtigen. Atemnot, Brustschmerzen, eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit sowie erhebliche psychische Belastungen können auftreten. In diesem Fall wird eine ärztliche Untersuchung ausdrücklich empfohlen.


Anzeichen, die Sie zu Hause beobachten können

  • Nimmt die Einsenkung des Brustkorbs mit der Zeit zu?

  • Tritt während körperlicher Aktivität Atemnot auf?

  • Fallen die Schultern nach vorne und ist die Körperhaltung verändert?

  • Tragen Sie oder Ihr Kind bevorzugt weite Kleidung, um den Brustkorb zu verdecken?


Warum ist eine ärztliche Untersuchung wichtig?

Die eigene Beobachtung kann erste Hinweise geben. Um den Schweregrad von Pectus Excavatum jedoch zuverlässig zu bestimmen, ist eine fachärztliche Untersuchung erforderlich.

Je nach Befund können eine körperliche Untersuchung sowie bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um den Verlauf zu beurteilen und die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten festzulegen.

Denken Sie daran: Pectus Excavatum ist häufiger, als viele Menschen vermuten, und Sie sind mit dieser Situation nicht allein. Eine frühzeitige Diagnose, eine sorgfältige Beurteilung und eine individuell abgestimmte Behandlung helfen sowohl Eltern als auch Jugendlichen, diesen Weg sicher und informiert zu gehen.


Behandlungsmöglichkeiten

Die Wahl der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Deformität, dem Alter der betroffenen Person und den Auswirkungen auf den Alltag.

In vielen Fällen kommen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit einer noch flexiblen Brustwand konservative, also nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten infrage.

Bei schwereren Ausprägungen oder wenn Herz und Lunge beeinträchtigt sind beziehungsweise deutliche Beschwerden bestehen, kann eine operative Behandlung erforderlich sein. Ob eine Operation notwendig ist, sollte stets durch eine spezialisierte Ärztin oder einen spezialisierten Arzt beurteilt werden.

Eine frühzeitige Diagnose spielt daher eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der am besten geeigneten Therapie.

Für weitere Informationen erreichen Sie uns unter +90 541 172 5151 oder per E-Mail an info@pectuslab.com.


Literatur

  1. Kelly RE Jr, Goretsky MJ, Obermeyer R, et al. Twenty-One Years of Experience With Minimally Invasive Repair of Pectus Excavatum by the Nuss Procedure in 1215 Patients. Annals of Surgery. 2010;252(6):1072–1081.

  2. Jaroszewski DE, Notrica DM, McMahon LE, Steidley DE, Deschamps C. Current Management of Pectus Excavatum: A Review and Update of Therapy and Treatment Recommendations. Journal of the American Board of Family Medicine. 2010;23(2):230–239.

  3. Obermeyer RJ, Goretsky MJ. Chest Wall Deformities in Pediatric Surgery. Surgical Clinics of North America.2012;92(3):669–684.

  4. Haecker FM, Sesia SB. The Vacuum Bell for Treatment of Pectus Excavatum: An Alternative to Surgical Correction? European Journal of Cardio-Thoracic Surgery. 2016;49(2):379–384.

  5. Kelly RE Jr. Pectus Excavatum: Historical Background, Clinical Picture, Preoperative Evaluation and Criteria for Operation. Seminars in Pediatric Surgery. 2008;17(3):181–193.

 
 
 

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