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Abstehende Rippen oder normale Anatomie? So erkennen Sie den Unterschied

  • 13. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

Wenn ein Kind wächst, macht es vielen Eltern Sorgen, wenn im unteren Bereich des Brustkorbs mehrere Rippen deutlicher hervortreten: Handelt es sich um abstehende Rippen (Rippenflare) oder um eine ganz normale, von Mensch zu Mensch unterschiedliche Form des Brustkorbs? Auf den ersten Blick ist das nicht immer leicht zu unterscheiden, aber es gibt einige allgemeine Anhaltspunkte, auf die Familien zu Hause achten können.

Dieser Beitrag stellt keine Diagnose oder Beurteilung für ein bestimmtes Kind dar; er soll Familien lediglich einen groben Überblick geben, worauf sie vor einem Arztgespräch achten können. Eine sichere Beurteilung von Rippenflare erfordert eine vollständige Untersuchung der Brustwand und sollte immer durch einen Arzt erfolgen.

Falls der Facharzt es für nötig hält, kann eine Orthese eine der unterstützenden Optionen sein.

Wie sieht eine normale Rippenanatomie aus?

Die unteren Rippenreihen des Brustkorbs können besonders bei schlanken oder schnell wachsenden Kindern und Jugendlichen bei tiefem Einatmen oder in bestimmten Haltungen etwas deutlicher hervortreten. Das entspricht meist einer Entwicklungsphase, in der Muskel- und Fettgewebe den Brustkorb noch nicht vollständig bedecken, und bedeutet für sich genommen kein Problem.

Beschreibende Übersichtsarbeiten weisen darauf hin, dass die Form der Brustwand eine große natürliche Variationsbreite aufweist und ein leichtes Hervortreten des unteren Rippenbogens bei vielen gesunden Kindern zu beobachten ist [1]. Deshalb lässt sich anhand eines einzelnen Fotos oder eines flüchtigen Blicks nicht sicher sagen, ob “das definitiv Rippenflare” oder “das definitiv normal” ist.

Wann sieht Rippenflare anders aus?

Der Begriff Rippenflare beschreibt meist ein Erscheinungsbild, bei dem die unteren Rippen in einem deutlicheren Winkel nach außen stehen, häufig gemeinsam mit einem vorstehenden Brustbein (Kielbrust) oder einem eingesunkenen Brustbein (Trichterbrust). Ein solches Bild ist meist Teil einer umfassenderen Besonderheit der Brustwandstruktur und nicht nur ein isolierter Einzelbefund [2].

In manchen Fällen kann abstehende Rippen auch nach einer chirurgischen Korrektur der Trichterbrust (etwa nach der Nuss-Operation) auftreten; in der Literatur wird dies als eigener Mechanismus beschrieben, der Teil der Umformung des Brustkorbs nach der Operation ist [3]. Das ist von angeborenem oder entwicklungsbedingtem Rippenflare zu unterscheiden und in einem eigenen Zusammenhang zu betrachten.

Wichtige Unterscheidungsmerkmale zwischen Rippenflare und normaler Anatomie

Die Symmetrie ist einer der ersten Punkte, auf die Familien achten können. Bei normalen anatomischen Varianten ist das Erscheinungsbild meist auf beiden Seiten ähnlich, während Rippenflare im Zusammenhang mit einer zugrunde liegenden Brustwanddeformität oft auf einer Seite ausgeprägter ist oder gemeinsam mit einer veränderten Position des Brustbeins auftritt.

Auch die Beständigkeit und der Zusammenhang mit der Körperhaltung können aufschlussreich sein. Ein leichtes Hervortreten der Rippen bei schlanken Kindern wird mit veränderter Haltung, Gewichtszunahme oder Muskelaufbau oft mit der Zeit weniger auffällig. Ein Erscheinungsbild im Zusammenhang mit einer zugrunde liegenden Deformität bleibt dagegen in verschiedenen Haltungen eher ähnlich ausgeprägt und kann sich in Wachstumsschüben sogar verstärken.

Begleitende Befunde sind ein dritter wichtiger Unterscheidungspunkt. Wenn eine deutliche Vorwölbung oder Einsenkung des Brustbeins, ein Verlust der Gesamtsymmetrie der Brustwand oder eine bereits diagnostizierte Trichterbrust bzw. Kielbrust vorliegt, ist es weniger wahrscheinlich, dass die auffälligen Rippen nur eine normale Variante sind, und eine fachärztliche Beurteilung gewinnt an Bedeutung.

Eine fachärztliche Untersuchung beginnt in der Regel mit einer Sicht- und Tastuntersuchung, bei der Symmetrie der Brustwand, Rippenwinkel und Position des Brustbeins gemeinsam beurteilt werden. Bei Fällen mit Trichterbrust oder Kielbrust, bei denen eine Operation geplant werden muss, kann bildgebende Diagnostik (etwa eine Computertomografie) eingesetzt werden – dies ist jedoch nur bei bestimmten klinischen Indikationen der Fall und kein routinemäßiger Schritt bei jedem Rippenflare.

Selbstbeobachtungstipps für Eltern

Diese Tipps sind kein Diagnosewerkzeug; sie sollen lediglich ein späteres Gespräch mit einem Facharzt informativer machen. Ein erster Schritt kann sein, das Kind von vorne in entspannter Haltung im Stehen zu betrachten und dieselbe Beobachtung im Sitzen oder bei leichtem Vorbeugen zu wiederholen, um zu sehen, ob sich das Bild mit der Haltung verändert.

Ein zweiter Hinweis ist der Vergleich der rechten und linken Seite des Brustkorbs anhand eines frontal aufgenommenen Fotos; fällt eine deutliche Asymmetrie auf, kann das eine hilfreiche Beobachtung für das Gespräch mit einem Facharzt sein.

Drittens kann die Beobachtung über mehrere Monate hinweg, insbesondere während Wachstumsschüben, statt nur zu einem einzigen Zeitpunkt Hinweise auf die Richtung der Veränderung geben; eine gleichbleibende leichte Ausprägung und ein sich über die Zeit verstärkendes Bild können unterschiedliche Beurteilungen erfordern.

Schließlich lohnt es sich, zu beachten, ob zusätzlich zum Rippenbild eine Vorwölbung oder Einsenkung des Brustbeins, Beschwerden oder Schmerzen beim Atmen auftreten – solche Zusatzbefunde bereichern die Informationen für den Facharzt.

Ein weiterer Punkt, auf den Familien in diesem Prozess achten sollten, ist, dass die Beobachtungen zu Hause nicht zu einer dauerhaften Sorgenquelle werden. Das Erscheinungsbild des Brustkorbs kann sich während des Wachstums natürlicherweise verändern; das Ziel ist nicht, ständige Besorgnis zu erzeugen, sondern eine tatsächliche Veränderung rechtzeitig zu erkennen und einem Facharzt mitzuteilen.

All diese Beobachtungen sollen eine einfache Verlaufskontrolle zu Hause erleichtern; sie ersetzen nicht die Tastuntersuchung der Brustwand und bei Bedarf eine Beurteilung mittels Bildgebung. Die endgültige Unterscheidung sollte immer durch einen Arzt erfolgen.

Wann sollte man einen Facharzt aufsuchen?

Ein Facharztbesuch ist sinnvoll, wenn die Ausprägung der Rippen über die Zeit zunimmt, ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Seiten besteht, zusätzlich eine Veränderung der Brustbeinform auffällt oder das Kind bzw. der Jugendliche Beschwerden, Schmerzen beim Atmen oder ein deutliches Unwohlsein wegen des Erscheinungsbilds äußert.

Stellt sich bei der Untersuchung heraus, dass das Rippenflare mit einer zugrunde liegenden Pectus-Deformität zusammenhängt, können unterstützende Optionen wie die Gpad Rippenflare-Orthese vom Facharzt in Betracht gezogen werden, sofern dieser es für sinnvoll hält – diese Entscheidung wird jedoch ausschließlich nach individueller Untersuchung und auf ärztliche Empfehlung getroffen und beinhaltet keinerlei Erfolgsquote oder Garantie.

Häufig gestellte Fragen

Ist jedes hervortretende Erscheinungsbild Rippenflare?

Nein. Besonders bei schlanken, wachsenden Kindern ist ein leichtes Hervortreten der unteren Rippen häufig eine normale anatomische Variante. Eine sichere Unterscheidung ist nur durch die Untersuchung der Brustwand durch einen Facharzt möglich.

Reicht eine Fotokontrolle zu Hause aus?

Eine Fotoverlaufskontrolle kann hilfreich sein, um Veränderungen über die Zeit zu beobachten, und kann die Informationen für den Facharzt ergänzen; sie ersetzt jedoch keine klinische Untersuchung und sollte nicht allein als Diagnoseinstrument verwendet werden.

Braucht man bei Rippenflare sofort ein unterstützendes Produkt?

Nein, das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In manchen Fällen reicht eine regelmäßige Verlaufskontrolle aus, in anderen können nach fachärztlicher Beurteilung unterstützende Optionen infrage kommen. Die Entscheidung sollte immer auf einer individuellen Untersuchung beruhen.

Zum Abschluss

Rippenflare von der normalen anatomischen Form des Brustkorbs zu unterscheiden, ist keine Entscheidung, die aufgrund einer einzelnen Beobachtung getroffen werden kann; Punkte wie Symmetrie, Beständigkeit und begleitende Befunde können dabei als Orientierung dienen, doch eine sichere Beurteilung erfordert immer eine fachärztliche Untersuchung. Die sorgfältige Beobachtung zu Hause ist ein Hilfsmittel, um das Gespräch mit dem Facharzt produktiver zu machen, nicht um selbst eine Diagnose zu stellen. Wenn Eltern das Wachstum ihres Kindes zu Hause ruhig und aufmerksam beobachten, hilft ihnen das, Veränderungen im Blick zu behalten – diese Beobachtungen ersetzen jedoch keine Diagnose und sollten den Gang zum Facharzt bei Bedarf nicht verzögern.

Quellen

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