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Pektus- und Skoliose-Screening bei Jugendlichen: Wann sollten Familien einen Facharzt aufsuchen?

vor 17 Stunden
7 Min. Lesezeit

Der pubertäre Wachstumsschub ist die Phase, in der sowohl Brustwanddeformitäten als auch Wirbelsäulenkrümmungen am deutlichsten hervortreten – und deshalb am leichtesten auffallen. Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat die aktuelle Evidenz zum Screening auf adoleszente idiopathische Skoliose bewertet und festgestellt, dass schulbasiertes Screening in verschiedenen Gesundheitssystemen nach wie vor praktiziert wird [1]. Dieser Beitrag beleuchtet, wie Familien – unabhängig davon, ob bei ihrem Kind bereits eine Pektusdeformität (Carinatum oder Excavatum) beobachtet wird – während der Wachstumsjahre Veränderungen sowohl am Brustkorb als auch an der Wirbelsäule zu Hause erkennen können und wann der richtige Zeitpunkt ist, einen Facharzt aufzusuchen.

Auf unserer Seite haben wir bereits behandelt, wie häufig Pektus und Skoliose gemeinsam auftreten und wie eine leichte begleitende Skoliose bei einem bereits wegen Pektus behandelten Patienten überwacht wird. Dieser Beitrag geht einen Schritt zurück und konzentriert sich auf das Screening und das frühe Erkennen – also auf die Zeit vor einer eigentlichen Diagnose: Was können Familien zu Hause oder in der Schule bemerken, und welche Befunde gehen über ein bloßes „Abwarten und Beobachten“ hinaus und erfordern den Besuch bei einem Facharzt?

Falls nach einer Wirbelsäulenbeurteilung eine Orthese benötigt wird, finden Sie ausführliche Informationen zur Yuxel-Skoliose-Orthese auf skolyozorteztedavisi.com.

In diesem Beitrag wird keine patientenspezifische Diagnose, Schweregradeinschätzung oder Behandlungsempfehlung gegeben; die vermittelten Informationen stützen sich auf veröffentlichte wissenschaftliche Literatur und die allgemeine klinische Praxis [1] [2] [3] [4]. Eine endgültige Beurteilung und Diagnose kann erst nach einer körperlichen Untersuchung durch einen entsprechenden Facharzt erfolgen.

Warum ist der pubertäre Wachstumsschub so entscheidend?

Die adoleszente idiopathische Skoliose tritt typischerweise mit Beginn des pubertären Wachstumsschubs auf, oder eine bereits bestehende leichte Krümmung wird in dieser Zeit deutlicher sichtbar – weshalb das Alter von etwa 10 bis 14 Jahren als besonders kritisch für das Erkennen von Wirbelsäulenkrümmungen gilt [2]. Da sich in derselben Wachstumsphase auch die Knorpel- und Knochenstrukturen des Brustkorbs rasch verändern, kann sich auch eine zuvor nicht bemerkte oder nur leicht ausgeprägte Pektusdeformität in dieser Zeit stärker zeigen [4].

Diese Überschneidung ist kein Zufall. Brustbein (Sternum), Rippenknorpel und Wirbelsäule entwickeln sich während des Wachstums als miteinander verbundene skelettale Einheit. Eine in einem Bereich während des Wachstumsschubs bemerkte Veränderung kann daher für Familien und Ärzte ein natürlicher Anlass sein, auch den anderen Bereich genauer zu betrachten – das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Befund an der Brustwand zwangsläufig mit einem Wirbelsäulenproblem zusammenhängt.

Welche Anzeichen können Familien zu Hause bemerken?

Bei der Skoliose zählen zu den Anzeichen, auf die Familien achten können: ungleich hoch stehende Schultern, ein stärker hervortretendes Schulterblatt auf einer Seite, eine unterschiedliche Taillenfalte, eine erkennbare Asymmetrie in der Hüfthöhe sowie eine Seite des Rückens, die beim Vorbeugen höher erscheint als die andere. Dieser letzte Befund beruht auf dem sogenannten „Vorbeugetest“ (forward bend test), einer einfachen Beobachtungsmethode, die bei Schulscreenings häufig eingesetzt wird [1] [2].

Auf der Pektus-Seite gehören zu den am häufigsten bemerkten Befunden ein nach vorne vorstehendes Brustbein (Pectus carinatum) oder ein nach innen eingesunkenes Brustbein (Pectus excavatum, umgangssprachlich auch „Trichterbrust“), eine Seite des Brustkorbs, die deutlicher hervortritt als die andere, sowie eine nach außen abstehende untere Rippenpartie (Rippenflare). Diese Befunde fallen häufig erstmals beim Umziehen, beim Schwimmen oder auf Fotos auf.

Wichtig ist zu betonen, dass keiner dieser Befunde für sich genommen bereits eine Diagnose darstellt. Ziel ist es nicht, Familien unnötig zu beunruhigen, sondern daran zu erinnern, dass solche Veränderungen während der Wachstumsjahre beobachtet werden sollten und dass es der richtige Schritt ist, bei einem auffälligen Befund ohne Zeitverlust einen Facharzt zu konsultieren.

Wie läuft das Screening in Schulen und bei Routineuntersuchungen ab?

In verschiedenen Ländern und Institutionen werden unterschiedliche Altersbereiche für das Skoliose-Screening empfohlen: Manche Quellen empfehlen ein jährliches Screening für alle Kinder zwischen 10 und 14 Jahren, andere schlagen ein Screening bei Mädchen im Alter von 11 und 13 Jahren und bei Jungen im Alter von 13 bis 14 Jahren vor, wieder andere pädiatrische Quellen nennen Routinekontrollen im Alter von 10, 12, 14 und 16 Jahren [2]. Diese Unterschiede zeigen, dass es kein einzelnes universelles Protokoll gibt, sondern von Land zu Land und Gesundheitssystem zu Gesundheitssystem unterschiedliche Vorgehensweisen bestehen.

Vielerorts ist diese Art von Screening nicht an jeder Schule Standard; daher kann die Aufmerksamkeit der Familien für das frühe Erkennen eine noch entscheidendere Rolle spielen als das Schulsystem selbst. Wird beim Vorbeugetest eine deutliche Asymmetrie im Rückenbereich festgestellt, gilt dies allgemein als Schwelle für eine weiterführende Abklärung – gegebenenfalls mit Bildgebung [1]. Die Durchführung dieses Tests zu Hause durch die Familie ist jedoch kein diagnostisches Verfahren, sondern lediglich eine Beobachtung, die bei der Entscheidung hilft, ob man dieses Thema mit einem Facharzt besprechen sollte.

Warum sollten Pektus und Skoliose gemeinsam beurteilt werden?

In der Literatur wird berichtet, dass die adoleszente idiopathische Skoliose bei Patienten mit einer Pektusdeformität häufiger auftritt als in der Allgemeinbevölkerung; eine systematische Übersichtsarbeit, die mehrere Studien zusammenfasst, berichtet für dieses gemeinsame Auftreten zweistellige Raten [3]. Dieser Befund bedeutet nicht, dass jeder Pektus-Patient zwangsläufig eine Skoliose entwickelt; es handelt sich um einen statistischen Zusammenhang, der zeigt, dass beide Zustände teilweise vom selben Wachstumsprozess und derselben Skelettentwicklung beeinflusst werden können.

Aus diesem Grund ist es ein in der Literatur empfohlener allgemeiner Ansatz, bei einem wegen einer Pektusdeformität betreuten Jugendlichen auch die Wirbelsäule zu überprüfen – und ebenso bei einem wegen Skoliose betreuten Patienten die Brustwand zu beurteilen [3]. Ziel dieses Ansatzes ist es, das frühe Erkennen zu erleichtern, nicht zwei voneinander unabhängige Behandlungsverläufe unnötig zu vermischen; beide Zustände werden weiterhin nach ihrem eigenen klinischen Verlauf beurteilt.

Welcher Facharzt ist in welchem Fall der richtige Ansprechpartner?

Eine der häufigsten Fragen von Familien ist, welchen Facharzt sie aufsuchen sollten, wenn ein solcher Befund bemerkt wird. Statt die Antwort auf ein einziges Fachgebiet zu reduzieren, ist es zutreffender zu sagen: Es sollte direkt ein Facharzt aufgesucht werden – je nach Art des Befunds kann das ein Thoraxchirurg, ein Kinderchirurg, ein Facharzt für Orthopädie oder ein Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sein. Welches Fachgebiet für den ersten Schritt am besten geeignet ist, hängt von der Art des Befunds ab und wird in der Regel durch die Überweisung des Haus- oder Kinderarztes bestimmt.

Als allgemeine Orientierung gilt: Eine Abklärung sollte in folgenden Fällen nicht aufgeschoben werden: eine neu bemerkte und im Laufe der Zeit zunehmende Asymmetrie an Brustkorb oder Wirbelsäule, ein bei Kleidung oder Badebekleidung sichtbarer Unterschied in Schulter- oder Hüfthöhe, ein beim Vorbeugen deutlich erkennbarer Rückenvorsprung oder eine familiäre Vorgeschichte von Skoliose oder einer ausgeprägten Pektusdeformität. Diese Punkte sind keine abschließende Diagnoseliste, sondern sollten als Signale verstanden werden, dass es an der Zeit sein könnte, dieses Thema mit einem Facharzt zu besprechen.

Wie geht es nach der Untersuchung weiter?

Eine erste fachärztliche Untersuchung umfasst in der Regel eine ausführliche körperliche Untersuchung, bei Bedarf Bildgebung (etwa Röntgen) sowie eine Einschätzung des Wachstums- und Skelettreifestatus des Patienten. Bei der Skoliose zählen der Krümmungsgrad (Cobb-Winkel) und das verbleibende Wachstumspotenzial zu den zentralen Faktoren, die bei der Entscheidung über Kontrollintervalle und mögliche Behandlungsoptionen berücksichtigt werden.

Auf der Pektus-Seite spielen Art und Schweregrad der Deformität sowie die Wachstumsphase des Patienten eine Rolle bei der Entscheidung, ob ein konservativer – nicht-operativer – Ansatz oder eine engmaschigere Beobachtung angemessen ist. Die Produktfamilie Gvacuum-Vakuumglocke und Gpad-Orthese von Pectuslab gehört zu den konservativen Optionen, die in geeigneten Fällen in Betracht gezogen werden können; welcher Ansatz für welchen Patienten geeignet ist, kann jedoch nur der untersuchende Facharzt entscheiden – hier wird keine Erfolgsquote oder ein garantiertes Ergebnis behauptet.

Für die Wirbelsäule gibt es eine eigene Anlaufstelle

Wenn im Zusammenhang mit Wirbelsäulenkrümmungen eine Orthese in Betracht gezogen wird, gibt es bei Pectuslab eine eigene, auf dieses Gebiet spezialisierte Produktlinie: die Yuxel-Familie aus Skoliose-, Kyphose- und Lumbalorthesen. Diese Produkte werden als eigenständige Marke über skolyozorteztedavisi.com angeboten; wenn nach einer Wirbelsäulenbeurteilung Bedarf an einer Orthese besteht, finden sich dort ausführliche Informationen dazu. Es handelt sich um eine von Pectuslabs eigener Produktlinie für Brustwanddeformitäten (Gvacuum, Gpad) vollständig getrennte Produktfamilie für eine andere Patientengruppe.

Häufig gestellte Fragen

Was sollten Familien tun, wenn in der Schule kein Skoliose-Screening stattfindet?

Ein Schulscreening ist nicht überall oder an jeder Schule Standard. In diesem Fall ist es sinnvoll, dass Familien insbesondere während des pubertären Wachstumsschubs gelegentlich das Erscheinungsbild von Rücken und Brustwand ihres Kindes überprüfen und sich bei einem auffälligen Befund an den Kinderarzt oder direkt an einen entsprechenden Facharzt wenden.

Bedeutet eine leichte Asymmetrie immer eine Skoliose oder Pektusdeformität?

Nein. Leichte Unterschiede in der Körpersymmetrie kommen auch bei gesunden Menschen häufig vor. Ob ein Befund klinisch bedeutsam ist, lässt sich nur anhand seines Ausmaßes und seines Verlaufs im Laufe der Zeit durch eine fachärztliche Untersuchung beurteilen; eine Beobachtung zu Hause allein stellt keine Diagnose dar.

Sollte bei einem Kind mit Pektus-Nachsorge auch die Wirbelsäule regelmäßig kontrolliert werden?

Dies ist ein in der Literatur empfohlener allgemeiner Ansatz [3]; die Häufigkeit und der Umfang der Kontrollen werden jedoch vom betreuenden Facharzt anhand der individuellen klinischen Situation des Patienten festgelegt. Das bedeutet nicht, dass bei jedem Pektus-Patienten routinemäßig eine erweiterte Wirbelsäulenbildgebung erforderlich ist.

Ist das Risiko bei familiärer Vorbelastung höher?

Eine familiäre Vorgeschichte von Skoliose oder einer ausgeprägten Brustwanddeformität kann ein Grund sein, in dieser Hinsicht aufmerksamer zu sein; sie stellt jedoch für sich genommen keine Diagnose oder einen sicheren Risikoindikator dar. Bei Kindern mit familiärer Vorbelastung kann eine etwas aufmerksamere Beobachtung während der Wachstumsjahre die Entscheidung erleichtern, einen Facharzt zu konsultieren.

Fazit

Die Pubertät ist die Phase, in der sich sowohl die Brustwand als auch die Wirbelsäule am schnellsten verändern – und deshalb Veränderungen am leichtesten auffallen. Der praktikabelste Weg zur Früherkennung besteht darin, dass Familien in dieser Zeit aufmerksam, aber ohne übertriebene Sorge beobachten und bei einem auffälligen Befund ohne Zeitverlust einen Facharzt aufsuchen.

Als Pectuslab ist es unser Ziel, Familien fundierte und unaufgeregte Informationen sowohl zu Brustwanddeformitäten als auch zu möglichen begleitenden Wirbelsäulenbefunden zu geben und sie bei Bedarf an den richtigen Facharzt zu verweisen; die endgültige Diagnose- und Behandlungsentscheidung liegt stets beim untersuchenden Arzt.

Quellen

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