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Gewichtsverlust, Körperhaltung und abstehende Rippen: Wie hängt das zusammen?

vor 4 Stunden
6 Min. Lesezeit

Dass die Rippen nach einer Gewichtsabnahme deutlicher hervortreten, bemerken viele Menschen, ohne es medizinisch einzuordnen.​‌​‌​​​​​‌​​​‌​‌​‌​​​​‌‌​‌​‌​​​‌​‌​‌​‌​‌​​‌‌​‌​​‌‌​​​‌​​​​​​‌​‌​​​​‌​ Der untere Rippenbogen, der nach vorne oder außen absteht - umgangssprachlich "abstehende Rippen" genannt - wird manchmal gerade während einer Gewichtsabnahme auffälliger. In der Regel ist das keine eigenständige Erkrankung, sondern ein bereits vorhandenes strukturelles Merkmal des Brustkorbs, das mit abnehmendem Unterhautfettgewebe einfach sichtbarer wird.

Der Zusammenhang zwischen der Form des Brustkorbs und der Körperhaltung wird in der Atmungs- und Bewegungsapparat-Literatur schon lange diskutiert. Eine Übersichtsarbeit zu den anatomischen Verbindungen des Zwerchfells betont, dass das Zwerchfell nicht nur ein Atemmuskel ist, sondern auch mechanisch direkt mit der Rumpfhaltung und der Position der unteren Rippen verbunden ist [1]. Eine weitere Studie zur Haltung berichtet, dass die posturale Funktion des Zwerchfells eng mit der Rumpfstabilisierung verknüpft ist und eine Störung dieses Zusammenspiels die Ausrichtung von Rumpf und Brustkorb beeinflussen kann [2].

Für Menschen, die das Erscheinungsbild stört, ist die Gpad Rib Flare Orthese eine konservative Option für den unteren Brustkorb.

In diesem Artikel schauen wir uns an, warum Gewichtsverlust das Erscheinungsbild des Brustkorbs verändern kann, welche Rolle die Haltung dabei spielt und wann abstehende Rippen lediglich eine anatomische Variante sind - und wann eine Abklärung sinnvoll ist. Ziel ist keine Diagnose, sondern eine literaturbasierte, verständliche Einordnung häufiger Beobachtungen.

Was genau ist Rippenflare (abstehende Rippen)?

"Rippenflare" beschreibt, dass die Rippen am unteren Rand des Brustkorbs - besonders die Rippenränder direkt neben dem Schwertfortsatz - stärker als üblich nach vorne oder zur Seite abstehen. Dieses Erscheinungsbild tritt manchmal zusammen mit Brustkorbdeformitäten wie Kielbrust oder Trichterbrust auf, manchmal aber auch völlig unabhängig davon als eigenständiges Merkmal.

Unterschiede in der Entwicklung des Rippenknorpels während des Wachstums können bei manchen Menschen dazu führen, dass sich der untere Rippenbogen von Geburt an oder in der Pubertät etwas weiter geöffnet ausbildet. In den meisten Fällen ist das ein weitgehend strukturelles Merkmal ohne funktionelles Problem; dennoch empfinden nicht wenige Menschen das Erscheinungsbild als störend - besonders schlanke Personen oder Menschen mit wenig Körperfett, bei denen die Form einfach leichter auffällt.

Wie die Haltung das Erscheinungsbild des Brustkorbs beeinflusst

Die Körperhaltung beeinflusst unmittelbar, wie der Brustkorb wahrgenommen wird. Bei einer Haltung, in der der Rücken stark nach hinten geneigt und der Brustkorb nach vorne geschoben ist, können die unteren Rippen stärker hervortreten; verändert sich die Ausrichtung zwischen Rumpf und Becken, verschiebt sich damit auch die Position des Brustkorbs. Untersuchungen zur posturalen Funktion des Zwerchfells zeigen, dass Rumpfstabilisierung und die Beziehung zwischen Zwerchfell und Brustkorb eng miteinander verwoben sind und dass eine Störung dieses Gleichgewichts die gesamte Rumpfhaltung beeinflussen kann [2].

Das bedeutet nicht, dass jede abstehende Rippe auf eine Haltungsstörung zurückgeht. In vielen Fällen ist die Grundursache strukturell, und der Einfluss der Haltung ist begrenzt. Bei manchen Menschen kann eine Korrektur der Haltung - Wirbelsäule und Brustkorb in einer neutraleren Ausrichtung zu halten - das Erscheinungsbild dennoch etwas verändern; das heißt nicht, dass sich die Rippe selbst "korrigiert" hat, sondern eher, dass sich die Wahrnehmung des Brustkorbs verändert hat.

Warum lässt Gewichtsverlust die Rippen sichtbarer werden?

Der untere Rand des Brustkorbs liegt unter einer Schicht aus Unterhautfettgewebe und Muskulatur. Sinkt der Körperfettanteil, wird diese Weichteilschicht dünner, und die darunterliegende Knochen-Knorpel-Struktur tritt klarer hervor. Das bedeutet nicht, dass abstehende Rippen "durch" den Gewichtsverlust entstehen - die Struktur war bereits vorhanden, nur ihre Sichtbarkeit hat zugenommen. Diese Beobachtung passt zum allgemeinen Wissen über die Anatomie des Brustkorbs; da es aber keine große, spezifisch auf diesen Zusammenhang ausgerichtete klinische Studie gibt, sollte dieser Zusammenhang zurückhaltend formuliert werden - als allgemeine anatomische Beobachtung, nicht als belegter Mechanismus.

Bei Menschen mit schnellem und deutlichem Gewichtsverlust kann diese Wahrnehmung recht plötzlich auftreten; man nimmt eine zuvor nicht bemerkte Brustkorbform auf einmal als "neu entstanden" wahr. Meist handelt es sich aber um eine bereits vorhandene Struktur, die nun unter weniger Weichteilgewebe liegt. Diese Unterscheidung zu treffen hilft, unnötige Sorgen zu vermeiden.

Warum das Thema bei Sportlern und beim Abnehmen häufig aufkommt

Bei Menschen, die gezielt ihren Körperfettanteil senken - insbesondere bei jungen Männern, die regelmäßig trainieren und dabei versuchen, Fett zu reduzieren und Muskelmasse zu erhalten - kommt die Frage nach abstehenden Rippen häufiger auf. Ein Grund dafür ist, dass mit sinkendem Bauchfettanteil sowohl der untere Rippenbogen als auch die Konturen der Bauchmuskulatur deutlicher hervortreten; eine zuvor nicht bemerkte Rippenöffnung kann so plötzlich auffallen.

Intensives Rumpftraining, besonders Übungen, die Bauch- und Rumpfmuskulatur wiederholt in einer angespannten, nach vorne geneigten Haltung beanspruchen, kann bei manchen Menschen die Ruheposition des Brustkorbs zusätzlich etwas verändern. Auch hier liegt die zugrunde liegende Ursache jedoch überwiegend in der Struktur; die Trainingsgewohnheit "erzeugt" dieses Erscheinungsbild nicht, sie verändert nur, wie leicht die vorhandene Struktur auffällt. Es lohnt sich, im Hinterkopf zu behalten, dass eine während einer intensiven Trainingsphase bemerkte abstehende Rippe wahrscheinlich schon vorher da war, nur weniger auffällig.

Gesundheitliches Problem oder normale Variante?

Die meisten Fälle abstehender Rippen sind eine natürliche anatomische Variante des Brustkorbs ohne funktionelles Gesundheitsproblem. Solange die Atmung nicht eingeschränkt ist, keine Schmerzen bestehen und sich das Bild im Zeitverlauf nicht rasch verschlechtert, ist meist kein dringendes Handeln nötig. Dennoch ist es ein legitimer Grund, das Thema anzusprechen, wenn das Erscheinungsbild spürbares Unbehagen oder Unsicherheit auslöst; ein Gespräch mit einer Fachärztin oder einem Facharzt kann sowohl die Natur der Struktur klären als auch mögliche Optionen aufzeigen.

Als Warnzeichen gelten eine deutlich einseitige Asymmetrie der Rippen, eine rasche Verschlechterung im Zeitverlauf sowie begleitende Beschwerden wie Schmerzen im Brustkorb, Atemnot oder Herzrasen - all das kann aus einer rein kosmetischen Beobachtung eine abklärungsbedürftige Situation machen.

Was tun, wenn abstehende Rippen auffallen?

Für Menschen, die das Erscheinungsbild stört, zählen zu den konservativen Optionen für den unteren Brustkorb Bandagen sowie haltungsunterstützende Ansätze. Die eigene Gpad Rib Flare Orthese von Pectuslab wurde speziell für den Bereich abstehender Rippen entwickelt; anders als eine generische Bandage soll sie dem betreffenden Bereich des Brustkorbs gezielter Halt geben. Wie bei jedem konservativen Ansatz sollte der Einsatz eines solchen Produkts zunächst mit einer Fachperson besprochen werden - ein bestimmtes Ergebnis oder eine garantierte Verbesserung innerhalb einer festen Frist lässt sich nicht versprechen.

Haltungsunterstützende Übungen können bei manchen Menschen das Gesamtbild des Brustkorbs ebenfalls positiv beeinflussen; dabei sollte man aber nicht vergessen, dass diese Übungen die zugrunde liegende Knochen-Knorpel-Struktur nicht verändern, sondern lediglich die Rumpfhaltung und das Muskelgleichgewicht unterstützen können. Auch das Gewichtsmanagement "korrigiert" die Rippe selbst nicht - es ist lediglich eine Variable, die ihre Sichtbarkeit beeinflusst.

Wann sollte man eine Fachperson aufsuchen?

Wenn das Erscheinungsbild abstehender Rippen von anhaltendem Unbehagen, Asymmetrie oder zusätzlichen Befunden begleitet wird, sollte direkt eine Fachperson aufgesucht werden; je nach Befund kann diese Abklärung durch eine Thoraxchirurgin oder einen Thoraxchirurgen, eine Kinderchirurgin oder einen Kinderchirurgen, eine orthopädische Fachperson oder eine Physiotherapeutin bzw. einen Physiotherapeuten erfolgen. Die Fachperson beurteilt Struktur und Flexibilität des Brustkorbs sowie eine mögliche begleitende Deformität und klärt so, ob das Bild strukturell oder haltungsbedingt ist, und schlägt darauf aufbauend das weitere Vorgehen vor.

Häufig gestellte Fragen

Verschwinden abstehende Rippen, wenn man zunimmt?

Eine Gewichtszunahme kann die Unterhautfettschicht vergrößern und den unteren Rippenbogen optisch weniger auffällig machen; die zugrunde liegende Knochen-Knorpel-Struktur verändert sich dadurch aber nicht. Die Struktur bleibt gleich, nur ihre Sichtbarkeit nimmt ab, weil die darüberliegende Weichteilschicht dicker wird.

Verschwinden abstehende Rippen von selbst mit der Zeit?

Das hängt stark vom Alter und der zugrunde liegenden Ursache ab. Während des Wachstums können sich manche Veränderungen zeigen, für eine verlässliche Einschätzung muss der Brustkorb aber von einer Fachperson beurteilt werden. Im Erwachsenenalter eine deutliche spontane Veränderung zu erwarten, ist nicht realistisch.

Kann man abstehende Rippen durch Sport korrigieren?

Sport kann Haltung und Muskelgleichgewicht unterstützen und so zum Gesamtbild des Brustkorbs beitragen; es gibt aber keine starke Evidenz dafür, dass er die Knochen-Knorpel-Struktur selbst verändert. Die Erwartungen sollten in diesem Rahmen realistisch bleiben.

Fazit

Der Zusammenhang zwischen Gewichtsverlust, Haltung und abstehenden Rippen besteht meist nicht darin, dass sich diese drei Faktoren gegenseitig verstärken, sondern darin, dass sie sich gegenseitig in ihrer Sichtbarkeit beeinflussen: Die Struktur am unteren Rippenbogen ist in der Regel bereits vorhanden, die Haltung kann verändern, wie diese Struktur wahrgenommen wird, und Gewichtsverlust kann die darüberliegende Weichteilschicht ausdünnen und die Sichtbarkeit erhöhen. Diese drei Faktoren auseinanderzuhalten hilft sowohl dabei, unnötige Sorgen zu vermeiden, als auch mit realistischen Erwartungen den richtigen nächsten Schritt zu wählen. Wenn das Erscheinungsbild dauerhaft belastet oder von weiteren Befunden begleitet wird, ist der Weg zu einer Fachperson - und die Berücksichtigung konservativer Optionen wie der Gpad Rib Flare Orthese im Rahmen dieser Abklärung - der sinnvollste Ansatz.

Quellen

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