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Warum Entsteht ein Rippenflare? Ursachen und Risikofaktoren

  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Rippenflare (auch als abstehender Rippenbogen bezeichnet) beschreibt einen nach außen gerichteten Winkel des Rippenknorpels der unteren Rippen (meist Rippe 7 bis 10), ausgehend vom unteren Ende des Brustbeins. Das Bild wird oft deutlicher, wenn die Arme gehoben werden oder bei tiefer Einatmung, und tritt häufig gemeinsam mit Pectus carinatum oder Pectus excavatum auf, kann aber auch für sich allein bestehen.

In diesem Beitrag werden keine patientenspezifischen klinischen Daten oder Einschätzungen weitergegeben - die folgenden Informationen stammen aus veröffentlichter Fachliteratur. Die individuelle Ursache, der Schweregrad und ob eine Behandlung notwendig ist, sollten stets von einer Fachärztin oder einem Facharzt beurteilt werden.

In manchen Fällen kann eine Bandage oder Orthese zusätzliche Unterstützung bieten.

Eine der häufigsten Fragen von Eltern ist, ob ein Rippenflare genetisch bedingt ist oder mit der Körperhaltung oder anderen Faktoren zusammenhängt. Die Literatur zeigt kein einzelnes Ursachenmuster - genetische Veranlagung, wachstumsbedingte Dynamiken und weitere strukturelle Eigenschaften der Brustwand scheinen gemeinsam eine Rolle zu spielen.

Was Bedeutet ein Rippenflare Anatomisch?

Der Rippenknorpel, der die Rippen mit dem Brustbein verbindet, ist während der Wachstumsphase flexibler als Knochengewebe. Bei manchen Kindern und Jugendlichen richten sich die Knorpelenden der unteren Rippen stärker nach außen als erwartet - eine Form, die beim Heben der Arme oder bei tiefer Einatmung deutlicher wird.

Bei Pectus carinatum und Pectus excavatum wird das Vorstehen bzw. Einsinken des Brustbeins mit einem Ungleichgewicht im Wachstum des umgebenden Rippenknorpels in Verbindung gebracht; der nach außen gerichtete Rippenflare kann als Ausläufer desselben allgemeinen Wachstumsungleichgewichts erscheinen. Deshalb wird ein Rippenflare meist zusammen mit der Gesamtform der Brustwand beurteilt, nicht isoliert [3].

Genetische Faktoren: Kommt es in Familien Häufiger vor?

Eine Familienstudie zu Pectus excavatum fand bei einem erheblichen Teil der Fälle eine familiäre Häufung und berichtete, dass die Vererbungsmuster in manchen Familien mit autosomal-dominanten, autosomal-rezessiven oder X-chromosomal-rezessiven Mustern vereinbar waren - die meisten Fälle zeigten jedoch ein multifaktorielles Vererbungsmuster [1]. Da ein Rippenflare häufig gemeinsam mit diesen Fehlbildungen auftritt, wird eine ähnliche genetische Veranlagung angenommen.

Aktuelle genetische Untersuchungen zeigen, dass mit Pectus excavatum assoziierte Varianten sich stark in Bindegewebsgenen (etwa Mitgliedern der Kollagenfamilie) und Knorpelmatrixproteinen konzentrieren [2]. Pectus-Fehlbildungen treten außerdem gehäuft gemeinsam mit erblichen Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan-Syndrom, dem Ehlers-Danlos-Syndrom und dem Poland-Syndrom auf [2][5] - was nahelegt, dass die Form der Brustwand eng mit der Qualität des Bindegewebes zusammenhängt.

Wachstumsalter und Entwicklungsbedingte Faktoren

Ein Rippenflare fällt bei der Geburt meist nicht auf und wird während der Wachstumsschübe der Pubertät sichtbarer; erklärt wird dies damit, dass sich die verschiedenen Bestandteile der Brustwand (Knochen, Knorpel, Muskulatur) in dieser Phase unterschiedlich schnell entwickeln, wodurch dieses vorübergehende Ungleichgewicht den nach außen gerichteten Flare deutlicher hervortreten lassen kann [3].

Eine allgemeine Beobachtung ist, dass sich die Form des Rippenflares nach Abschluss des Wachstums weitgehend stabilisiert - die Fehlbildung verschlechtert sich im Erwachsenenalter also in der Regel nicht von selbst, kann sich aber auch nicht vollständig von selbst zurückbilden. Das erklärt, warum die häufige Elternfrage "wächst sich das aus" keine einfache Antwort hat.

Körperhaltung, Atemmuster und Andere Mögliche Einflussfaktoren

Neben genetischen und wachstumsbedingten Faktoren vermuten manche Quellen einen möglichen Zusammenhang mit der Körperhaltung und dem Atemmuster - zum Beispiel könnten eine schwache Bauchmuskulatur oder ein Atemmuster, das den Rippenkorb dauerhaft nach oben ausdehnt, die Position der unteren Rippen beeinflussen. Dieser Zusammenhang ist nicht annähernd so systematisch untersucht wie die genetische und wachstumsbezogene Literatur und sollte daher als ergänzende Beobachtung, nicht als gesicherter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang betrachtet werden.

Rippenflare nach einer Operation oder während der Behandlung

Ein Rippenflare kann in manchen Fällen erst nach der operativen Korrektur eines Pectus excavatum (etwa nach der Nuss-Methode) auffallen, oder ein bereits bestehender Flare kann sich dabei leicht verstärken; die Literatur berichtet, dass dies in manchen Fällen eine zusätzliche Beurteilung und gegebenenfalls eine Behandlung erforderlich machen kann [4]. Das zeigt, dass ein Rippenflare nicht ausschließlich angeboren ist, sondern auch im Verlauf gemeinsam mit anderen strukturellen Veränderungen der Brustwand entstehen kann.

Wann Sollte Man es Ernst Nehmen? Zeit für einen Facharztbesuch

In den meisten Fällen ist ein Rippenflare rein kosmetisch und weist nicht auf ein zugrunde liegendes Problem hin; in bestimmten Situationen lohnt sich jedoch ein Facharztbesuch: eine deutliche Verschlechterung innerhalb kurzer Zeit, ein asymmetrischer Flare, der nur auf einer Seite auftritt, begleitende Atembeschwerden oder Schmerzen, oder das Vorliegen einer zusätzlichen Brustbeinfehlbildung (Pectus carinatum/excavatum).

Ein Rippenflare sollte nicht isoliert betrachtet werden - er ist ein Befund, der eine Beurteilung der gesamten Brustwand erfordert; eine Kinderärztin, ein Kinderarzt oder eine Thoraxchirurgin bzw. ein Thoraxchirurg kann, bei Bedarf unterstützt durch bildgebende Verfahren, einschätzen, ob es sich um einen isolierten Befund oder um einen Teil einer umfassenderen Brustwandfehlbildung handelt.

Praktische Beobachtungstipps für Eltern

Ein praktischer Ansatz für Eltern ist es, den Brustkorb des Kindes - besonders während Wachstumsschüben - regelmäßig mit angehobenen Armen zu beobachten. Wie schnell sich die Form verändert, ob sie symmetrisch ist und ob eine begleitende Formveränderung des Brustbeins vorliegt, sind hilfreiche Anhaltspunkte für die Entscheidung, wann ein Facharztbesuch sinnvoll ist.

Häufig Gestellte Fragen

Ist ein Rippenflare gefährlich?

In den meisten Fällen ist ein Rippenflare für sich genommen keine gesundheitsgefährdende Erkrankung und in erster Linie ein kosmetisches Anliegen. Treten jedoch Atembeschwerden, Schmerzen oder eine schnelle Verschlechterung auf, sollte eine Fachärztin oder ein Facharzt ein weiteres zugrunde liegendes Brustwandproblem ausschließen.

Ist ein Rippenflare rein genetisch oder haltungsbedingt?

Die Literatur legt nahe, dass die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielt, wachstumsbedingte Dynamiken und mögliche Haltungs- bzw. Atemfaktoren aber zu einem multifaktoriellen Gesamtbild beitragen. Statt auf eine einzelne Ursache zurückzuführen, ist eine individuelle Beurteilung immer der zuverlässigste Ansatz.

Bildet sich ein Rippenflare mit dem Wachstum von Selbst Zurück?

Die allgemeine Beobachtung ist, dass sich die Form nach Abschluss des Wachstums weitgehend stabilisiert - das bedeutet aber nicht, dass die Fehlbildung vollständig verschwindet. Ob eine Korrektur notwendig ist, hängt vom Schweregrad und begleitenden Befunden ab und sollte fachärztlich beurteilt werden.

Fazit

Die Ursachen eines Rippenflares verteilen sich auf ein multifaktorielles Bild aus genetischer Veranlagung, wachstumsbedingten Dynamiken und den strukturellen Eigenschaften der Brustwand insgesamt - es gibt weder eine einzelne eindeutige Ursache noch eine universelle "Lösung". Die hier weitergegebenen Informationen sind allgemeiner, literaturbasierter Natur und sollen Familien und Behandlerinnen und Behandlern helfen, diesen Beurteilungsprozess besser zu verstehen; sie ersetzen keine individuelle Diagnose oder Behandlungsempfehlung.

Quellen

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